Was nun?

Oder: Bin ich undankbar?

Ich weis, es ist schon eine Weile her das ich was geschrieben hatte. Und selbst das war nicht mal wirklich was über mich. Und da sind wir auch schon beim Thema. Es ist in Bezug auf meine Transition eigentlich nicht viel Passiert. Vor etwa einem Monat hatte ich meine erste Sitzung für die Bartepilation. In 2 Wochen ist die nächste. Das war es.

„Das ist doch gut.“
„Du hast dieses Jahr doch viel erreicht.“
„Du hast dir eine Verschnaufpause verdient“

So oder ähnlich werdet ihr jetzt denken, oder? In gewisser Weise stimmt es. Anfang des Jahres habe ich endlich meine Namensänderung durch bekommen. Meinem Antrag auf Kostenübernahme für die Bartepilation und GaOP wurde stattgegeben. Alles wichtig für mich. Aber jetzt, da ich das geschafft habe, will ich auch das „Projekt“ abschließen. Sprich die GaOP. Aber da heißt es warten, warten, warten. Schaff und Morath geben ja nicht mal ungefähre Termine. Mit einem Termin wie 1.7.2020 könnte ich arbeiten. Es wäre noch weit hin aber immerhin. Aber so: nix.

Bisher hatte ich immer etwas zu tun. Immer ein Ziel, auf das man hinarbeiten konnte. Jetzt hänge ich in der Luft. Auch wenn mir von verschieden Personen bestätigt wurde, das es schneller geht als im Beratungsgespräch „angedroht“. Insbesondere wenn man die Kostenübernahme und den Eigenanteil bezahlt hat. Was ich alles habe.

Daher habe ich heute beschlossen das, wenn ich bis Mitte/Ende Januar nichts von Schaff und Morath höre, werde ich mal in München Bogenhausen anfragen.

Oder: Kommt jetzt der Alltag?

Natürlich bleibt mein Leben nicht stehen, auch wenn es sich bisher so angehört haben mag. Auf Arbeit gibt es einige große Veränderungen, die uns vor Herausforderungen stellen. Und auch privat hat sich einiges geändert. Zum Besseren.

Ich habe jemanden gefunden der mich so akzeptiert wie ich bin. Oder besser wir uns. Wenn ich so bei meinen Freunden, Bekannten oder verschiedenen Blogs schaue ist die Tendenz während der Transition leider sehr häufig anders herum. Da gehen langjährige Beziehungen auseinander. Einige wenige halten. Und noch weniger finden sich.

Ich weiss ich jammere auf hohem Niveau. Mein Outing verlief super. Und nun habe ich auch noch Mike an meiner Seite, der mich sehr glücklich macht. Er gibt mir den Auftrieb so manchen harten Tag zu überstehen. Wir hatten nun schon ein paar schöne Urlaubstage und Wochen zusammen. Auch einige „Arbeitstage“ um den Alltag zu testen. Er wohnt in Frankfurt am Main und meine Firma hat dort auch eine Niederlassung von wo aus ich auch arbeiten kann. Natürlich habe ich bereits einen Antrag auf Versetzung gestellt. Auch hier heißt es warten.

Somit bleibt uns für den Moment nichts weiter übrig als die wenigen Momente der Zweisamkeit zu genießen. Wir trösten uns mit Bildern, Chats und Telefonaten über die getrennte Zeit hinweg.

Mike und ich in Lichtenwalde

An dieser Stelle mal ein kleines Update zum Thema Passing. So langsam komme ich zu der Einsicht dass das für mich eigentlich kein Problem mehr ist. Ich bin da etwas selbstkritisch. Fast überall werde ich als Frau gesehen und auch entsprechend behandelt. Was natürlich wirklich großartig ist. Letzte Woche hatten Mike und ich meine Geschwister am Bodensee besucht. Da meinte mein Bruder doch nicht etwa ich würde wie unsere Mutti aussehen. Das hatte ich so nicht erwartet. Auf der einen Seite natürlich ein Kompliment zum Thema Transition. Unsere Mutti ist durchaus ansehnlich, auch wenn das Leben es nicht immer gut mit ihr gemeint hatte. Auf der anderen Seite hatte ich gehofft doch eher was eigenes zu sein. Aber was soll’s, Gene haben ihren eigenen willen.

Liebe Grüße

Sandra Pietzsch

2 response to "Was nun?"

  1. By: Pia Sopie Meier Posted: 8. Oktober 2018

    Ich freue mich für euch für dich. Du hast viel erreicht worauf du stolz sein kannst. Der Rest ist eine Frage der Zeit und dein Ziel ist zum Greifen nah. Ich Wünsche dir alles Gute für deinen Weg und vergiss uns nicht ganz . LG pia

    • By: Sandra Pietzsch Posted: 9. Oktober 2018

      Vielen Dank Pia Sopie, ich hab ja jetzt jemanden der mir die Zeit des wartens erträglicher macht.

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