Trans* in Frankfurt 2017

Letztes Update am 22. November 2017 um 20:29

Hallo meine lieben,

wie einige vielleicht wissen war ich dieses Wochenende (14.-15.10 2017) auf der Trans* in Frankfurt. Eine Fachtagung zum Thema Trans* und Inter*, veranstaltet vom dgti e.V. Natürlich war ich nicht alleine dort. Meine beiden Freundinnen Elna und Sophie waren auch mit dabei. Das Wochenende war stellen weise recht anstrengend und stressig, aber auch sehr schön und informativ. Aber beginnen wir vorne.

Anreise

Losgehen sollte es am Samstag um 4:24 mit dem RB von Halle HBF nach Erfurt. Doch leider wurde dieser Zug zwischen Halle und Merseburg durch einen Schienenersatz Bus ersetzt. Und der fuhr 20 Minuten eher los. Den hätte ich noch bekommen können. Elna und Sophie waren aber noch nicht da. Und ich wollte Sie nicht alleine in Halle zurücklassen. Doch wie nun weiter? Wir müssen unseren ICE von Erfurt nach Frankfurt/Main bekommen. Und der fährt 6:13 los. Also bleib uns nichts weiter übrig als alle in mein Auto zu verfrachten und versuchen rechtzeitig in Erfurt zu sein. Es war bereits 4:50 als ich losfuhr. Laut Navi brauche ich 1:18 Stunde. Das wird verdammt eng. Und sowas mag ich überhaupt nicht. Unter maximaler aus Reizung der StVO haben wir es aber geschafft. 5:50 waren wir am Erfurter Bahnhof. Wir hatten also genügend Zeit in unseren ICE zu steigen. Von hier ab verlief es dann wesentlich entspannter.

Elna, Sophie und ich (v.l.) sind rechzeitig in Erfurt angekommen
Elna, Sophie und ich (v.l.) sind rechzeitig in Erfurt angekommen
Unser erster Blick aus dem Bahnhof auf Frankfurt/Main
Unser erster Blick aus dem Bahnhof auf Frankfurt/Main

 

Tagung – Tag 1

Endlich in Frankfurt/Main angekommen, stellte sich die nächste Frage. Wohin nun? Die Webseite der Veranstaltung enthielt nur eine Beschreibung wie man zur Jugendherberge kommt in der wir übernachten sollten. Als wir dort waren erfuhren wir das die Tagung auch hier stattfinden wird. Wir waren aber nicht die einzigen die das etwas verwirrt hatte.

Die Tagung beginnt
Die Tagung beginnt

 

Es ging los mit dem Beitrag von Joanna Harper mit Trans* in Sports. Es ging um die Vorteile die Trans* Personen im Sport haben, aber auch um die Nachteile. Sie war die erste die eine evidente Untersuchung zu dem Thema durchführte und uns diese vorstellte. Auch die Befürchtungen, Trans* Menschen würden den Sport dominieren, konnte wiederlegt werden.

Danach besuchte ich den Workshop „Wie funktioniert Stimmtraining“ von Katja Gaubatz, Logopädin. Im ersten Teil diskutierten wir über die Möglichkeiten der Stimmanpassung für Transfrauen. Die klassische Methode, Stimmtraining bei einem Logopäden/einer Logopädin. Aber auch Operative Möglichkeiten. Sie erklärte wie die einzelnen Methoden funktionieren, sowie Vor- und Nachteile. Aber auch wie ein Stimmtraining abläuft und was hierbei zu beachten ist. Die Stimmhöhe ist nämlich nicht alles. Ausdruck, Atmung, Lautstärke und sogar Gestik und Mimik gehören dazu. Nach dem Mittag kamen wir zum Praktischen Teil. Natürlich können wir in so kurzer Zeit und als Gruppe nicht alles behandeln oder großartig Erfolge erzielen. Sie zeigte uns einige Techniken wie wir unsere weibliche Stimme finden und Trainieren können. Auf das Schreckgespenst „Telefonat“ sind wir ebenfalls eingegangen. Dafür gab sie uns einige Hilfreiche Tipps. Während das ganzen Vortrages merkte ich sehr deutlich das sie zum einen, mehrere Jahre Erfahrung mit Transfrauen hat. Zum anderen das sie weiß wovon sie Spricht. Frau Gaubatz hatte eine Kontrolle über ihre Stimme, sowas habe ich bisher noch nicht mal von einem Opernsänger/einer Opernsängerin gehört.

So langsam machte sich die Müdigkeit bei mir bemerkbar. Ich war aber so aufgeregt und fasziniert von der Tagung das ich mir keine Ruhepause gönnte. Der nächste Kurs war Trans* Basics, Was du schon immer über Trans* wissen wolltest, mit Kai* Brust und René_ Hornstein. Hier ging es, wie der Name schon sagt um die Basics. Wie das richtige Pronomen zu finden und zu verwenden is. Es gibt nämlich mehr als nur er und sie. Aber auch darum wie man eine Trans* Person erkennt und auch was man fragen kann, und was man lieber sein lässt. Ebenso haben wir über die Genderisierung der Spache gesprochen.

Das wars für den Samstag. Zum Ausklang des Tages gingen Sophie, Elna und ich nach dem Abendbrot noch etwas am Main Ufer Spazieren und unterhielten uns. Diese zum Teil heftige Diskussion setzten wir dann auch in unserem Zimmer fort, bis uns dann irgendwann doch Morpheus in seine Arme schloss.

Tagung – Teil 2

Der 2. Tag fing mit einem Verspäteten Frühstück an. Das passiert u.a., wenn sich 3 Mädels 1,5 Bäder teilen müssen. Nach dem erwähnten Frühstück besuchten wir die Podiumsdiskussion bei der einige Rechtlich Aspekte von Trans* und Inter* beleuchtet wurden. Sowie eine Auswertung der Workshops des vorherigen Tages. In einer Pause liefen Elna und ich wieder am Main Ufer entlang, diesmal die andere Richtung. Es herrschte ein derart dicker Nebel, das ich teilweise gar nicht die andere Uferseite sehen konnte. Schaut euch einfach die Bilder dazu an, am besten auf meinem Flickr Profil. Irgendwann gab es auch Mittag essen und den Letzten Beitrag „Warum inter* nicht trans* ist“ von Lucie Veith. Hierbei ging sie auf die medizinischen unterschiede ein. Sowie das Schicksal was viele Inter* Personen erdulden mussten und zum Teil heute noch müssen. Medizinische Prozeduren die ich im Jahre 2017 eigentlich für nicht mehr möglich hielt. Wie zum Beispiel eine Abtreibung bis in den 8-9 Monat der Schwangerschaft. Ich hoffe ich bin da nicht die einzige der sich da die Nackenhaare aufstellen.

Spaziergang am Ufer. Und Nebel ist überall
Spaziergang am Ufer. Und Nebel ist überall
Kleines Fotoshooting, für das Ego.
Kleines Fotoshooting, für das Ego.

 

Abschließend gab es noch eine kleine Abschlusszusammenkunft bei dem allen Vortragenden und Organisierenden gedankt wurde und ein klein wenig Promotion für weitere Veranstaltungen des dgti oder ähnlicher Organisationen gemacht wurde. Danach war die Tagung zu ende.

Sandra, Elna und Sophie (v.l.) bei der Tagung
Sandra, Elna und Sophie (v.l.) bei der Tagung

 

Was ich natürlich nicht explizit mit erwähnte ist das man bei solch einer Tagung natürlich auch mit anderen Teilnehmern ins Gespräch kommt. So hatte ich unter anderem ein kleines Gespräch mit Petra Weizel vom dgti die mir anbot als Trans* Beraterin für das dgti tätig zu sein. Das muß ich allerdings erstmal mit dem BBZ-Lebensart klären. Seit gut 3 Wochen bin ich ja hier Ehrenamtliche Koordinatorin für die Crossdresser und Transvestiten Gruppe. Ich glaube aber nicht das die was dagegen haben.

Die Veranstalter*innen und Organisatoren*innen
Die Veranstalter*innen und Organisatoren*innen
Die Veranstalter*innen und Organisatoren*innen
Die Veranstalter*innen und Organisatoren*innen

Abreise

Irgendwann ist leider jedes Wochenende vorbei und die Abreise stand an. Allerdings ist Elna aufgefallen das unsere Rückreise, so wie wir sie gebucht hatten über Kassel-Wilhelmshöhe geht. Misst, mein Auto steht noch in Erfurt im Parkhaus. Also kaufte ich mir ein neues Ticket von Frankfurt nach Erfurt. Und ich habe sogar die Sitzplatz Reservierung mit gekauft. Eine sehr gute Entscheidung. Der ICE war voll bis oben hin. Mit an meinem Tisch saß ein Vater mit seinen 2 Söhnen. Einer von ihnen saß mir direkt gegen über. Immer wenn ich Ihn ertappte wie er mich ansah schaute er verlegen weg. Ich gehe davon aus das er mich einfach hübsch fand 😉

Irgendwann war ich auch wieder in Erfurt. Als ich die Parkgebühr zahlen wollte, 24€ für die 2 Tage, wollte der Automat meinen 50€ Schein nicht nehmen. Ein netter Angestellter konnte mir den aber zum Glück wechseln. Danach ging es gesittet zurück nach Halle.

Diese und weitere Bilder aus Frankfurt/Main findet ihr auch in meinem Flickr Album: Trans* in Frankfurt 2017

Liebe Grüße

Sandra Pietzsch

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