Namenswahl

Letztes Update am 30. Oktober 2017 um 22:13

Meine Namenswahl

Transidente Menschen stehen früher oder später vor einer entscheidenden Wahl. Welchen Namen will ich in Zukunft verwenden? Der Name ist eines der wichtigsten Merkmale einer Persönlichkeit. Darüber definieren wir uns, oder werden Definiert. Das ist der eigentliche Grund für die VÄ/PÄ. Auf den Geschlechtseintrag im Personalausweis wird nur in Ausnahmefällen geachtet.

Manche behalten Ihren Namen. Entweder weil er Geschlechtsneutral ist, Sascha oder Alex zum Beispiel. Oder weil sie sich eher Non-Binary oder Asexuell definieren. Oder es ihnen einfach egal ist. Das sind natürlich absolut ok.

Andere wiederum wollen den Namen ändern. Um die geänderte Rolle zu unterstreichen oder sich besser mit der gewünschten Rolle zu identifizieren. Oder beides. Dabei habe ich 3 verschiedene Varianten beobachtet.

Variante 1:

Die Verwendung der gegengeschlechtlichen Variante des Geburtsnamen. Mein Geburtsname ist Andreas. Eigentlich ein schöner Name. Klassisch, zeitlos, nicht negativ stigmatisiert. Die weibliche Variante wäre Andrea. Andere Varianten wären Michael/Michaela, Paul/Paula/Pauline. Ich denke ihr versteht worauf ich hinaus will.

Variante 2:

Wahl eines Namens der mit dem gleichen Buchstaben anfängt. Zum Beispiel Mike/Melanie oder Anton/Anja.

Variante 3:

Es wird ein ganz anderer Name verwendet. Manchmal sogar mit einer eigenen Schreibweise. Anstelle eines „i“ oder „ie“ wird ein „y“ verwendet.

Meine Entscheidung

Meine Mutti fragte mich warum ich nicht Andrea verwenden will. Darüber hatte ich natürlich auch nachgedacht. Aber recht schnell verworfen. Andrea ist zu nah an meinem Geburtsnamen. Und das wollte ich nicht. Vor einigen Jahren hatte ich mit dem Namen „Ezri“ geliebäugelt. Den hatte ich sogar mal verwendet um im Internet etwas zu bestellen. Das ergab später ein kleines Problem beim Abholen an der Postfiliale. Für alle nicht-Star Trek Fans, der Name basiert auf Ezri Dax aus Deep Space 9. Ich fand den Charakter sehr interessant, und ja, ich war ein wenig verschossen in sie.

Doch wie bin ich auf Sandra gekommen? Um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht. Auf einer meiner Jogging Runden poppte der Name in meinem Kopf auf. Und blieb hängen. Ich mochte ihn sofort. Und nun ist er meiner. Einige Zeit später erfuhr ich dass es in unserer Familie schon eine Sandra gibt. Aber das ist mir egal. Eventuell sorgt das später mal für Verwirrungen. Aber jede Familie hat so Ihre kleinen Anekdoten und Geschichten. Wobei ich wahrscheinlich die ausgefallenste und bunteste bin 😀 .

Zusammenfassung

Egal für was für einen Namen Ihr euch entscheiden solltet. Oder aus welchem Grund. Es ist eure eigene Entscheidung. Probiert ihn aus. Sprecht euch selber mit eurem Wunschnamen an. Wie klingt das für euch? Fragt eine*n Freund*in euch so zu nennen.  Wenn Ihr mitbekommt das der Name doch nicht zu euch passt, ändert Ihn. Bedenkt aber dass ihr damit eventuell andere verwirrt, mehr als sowieso schon. Wovon ich persönlich abraten möchte ist einen Namen zu wählen zu Ehren von jemand anderem. Nicht nur das das extrem Klischeehaft ist, hin und wieder stellt sich später heraus das die Person diese Ehre gar nicht verdient hat. In den 1930er Jahre gab es ja auch eine schwemme an Adolfs.

Bei JulaOnline findet ihr auch noch einige Rechtliche Hintergründe zur Namenswahl. Im allgemeinen ein sehr Interesanter Blog.

Aber denkt immer daran, es ist euer Leben, euer Name.

Liebe Grüße

Sandra Pietzsch

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